Nach dem Tod Ottos III. kam es zu langwierigen Streitigkeiten in der Herrschaftsnachfolge, weil Otto einerseits keine männlichen Nachkommen hinterlassen hatte und es andererseits auch keine festen Regelungen für die Herrschaftsnachfolge gab.[1] Der mit Otto verwandte Anwärter, Heinrich IV. von Bayern, erhob wie Ekkehard von Meißen und Herzog Hermann II. von Schwaben den Anspruch auf die Thronfolge. Heinrich jedoch wollte unverzüglich Thronfolger werden und forderte die Reichsinsignien vom Erzbischof Heribert, welcher den Trauerzug des toten Ottos in Aachen anführte. Doch der Besitz der Reichsinsignien reichte für die Anerkennung von Heinrichs Königtum nicht aus. Heinrich musste mit einem „Königsumritt“[2] sein Königtum festigen, indem er „alle politisch relevanten Gebiete des Reiches“ besuchte, „um an wichtigen Plätzen die Huldigungen der Großen entgegenzunehmen“[3] So wurde Heinrich zunächst in Werla aufgrund seiner Verwandtschaft mit Otto III. von den Schwestern Ottos zum König ernannt, während andernorts Heinrichs Rivale Ekkehard von Meißen getötet wurde. In Mainz wurde Heinrich am 7. Juni 1002[4] vom Erzbischof Wiligis zum König gekrönt, während Hermann von Schwaben zeitnah vom Erzbischof Heribert in Aachen zum König ernannt wurde. Beide Rivalen bekriegten sich in zahlreichen Fehden.[5] Um seinen Machtanspruch durchzusetzen, ließ sich Heinrich unter anderem von Vertretern der Sachsen am 24. Juli in Merseburg zum König krönen. Abschließend besiegelte Heinrich in Aachen am 8. September sein Königtum mit seiner Inthronisation,[6] woraufhin sich Hermann dem neuen König unterwarf und auf seine Ansprüche verzichtete. Noch im selben Jahr ließ sich Heinrich auf seinem Italienfeldzug in Pavia zum König krönen und beseitigte damit den bisherigen italischen König.[7] Allerdings war Heinrichs Anwesenheit an verschiedenen Orten seines Reiches notwendig, denn er musste viele Aufstände im Reich niederringen.[8] Langwierige Konflikte hatte er vor allem bis 1018 mit dem polnischen Herzog Boleslaw Chrobry.[9] Trotz alledem verwendete Heinrich, der seine Erziehung an der Hildesheimer Domschule genossen hatte, viel Zeit und Mühe auf die Kirchenpolitik, indem er das Bistum Merseburg wiedererrichtete und 1007 in Bamberg, trotz einiger Widerstände, ein neues Bistum gründete.[10] Heinrich unterstützte „die Klöster vielfach durch Schenkungen und dem Verleih von Immunität und Königsschutz“[11] und setzte selbst Reichsbischöfe ein. Er wurde am 14. Februar 1014 in Rom vom Papst Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt[12] und verstarb im Jahre 1024 nach längerer Krankheit.[13]
Quellen und weiterführende Literatur:
Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (Kohlhammer Urban Taschenbücher Band 437), 2Stuttgart u.a. 2005.
Goetz, Hans-Werner (2006): Proseminar Geschichte: Mittelalter. (UTB Geschichte, 1719) 3Stuttgart.
Keller, Hagen: Die Ottonen (Beck’sche Reihe), 4München 2008.
Knefelkamp, Ulrich: Das Mittelalter – Geschichte im Überblick. 2Paderborn 2003.
Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. 2Darmstadt 2008.
Struve, Tilman: s.v. Vita Meinwerci in: Lexikon des Mittelalters – Stadt (Byzantisches Reich) bis Werl. 8. Band (1997), 1759.
Fußnoten
[1] Vgl. Körntgen. S. 46.
[2] Vgl. Knefelkamp. S. 122.
[3] Siehe. Keller. S. 93f.
[4] Vgl. Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. 2Darmstadt 2008. S. 47.
[5] Vgl. Althoff. S. 204f/Keller. S. 91.
[6] Vgl. Althoff. S. 205/Keller. S. 92.
[7] Vgl. Knefelkamp. S. 123.
[8] Ibidem. S. 124.
[9] Vgl. Althoff. S. 223f.
[10] Vgl. Althoff. S. 214./Körngten. S. 51.
[11] Siehe Körntgen. S. 52.
[12] Vgl. Körntgen. S. 54.
[13] Ibidem. S. 55.